Aloha,

Hawaii


Big Island


Puʻuhonua o Hōnaunau National Historical Park

Obwohl dies ein US-Amerikanischer Nationalpark ist weht hier die Hawaiianische Flagge allein im Wind. Es ist ein heiliger Ort der früheren Hawaiianer, welche noch unter dem Kapu-System lebten. Frauen und Kinder speisten und lebten damals getrennt von den Männern und die Gesellschaft teilte sich in die  Klassen der Adligen und Priester (Ali'i gennant) und der restlichen Gesellschaft auf. Fiel jemand in Ungnade, weil er im Krieg besiegt, Essen was im nicht Zustand konsumiert (als Frau zum Beispiel eine einfache Kokosnuss), oder auch bloß .. hatte, konnte er an diesem Ort hinter den heiligen Mauern Zuflucht finden und der sicheren Todesstrafe entgehen. War die Strafe in den Augen der Obrigkeit abgesessen, entließ ein Ali'i den in Ungnade gefallenen zurück in die Gesellschaft. Neben den Behausungen der Adligen und Priester befanden sich ebenso die Hütten der Diener am Strand.

Auch Begräbnisse der Obrigkeit fanden hier statt. Die Knochen enthielten Mana, eine göttliche Kraft, die sich im Glauben der Hawaiianer, vor allem in den Knochen der Obrigkeit summierte. Nach dem das Kapu-System 1819 offiziell durch den Christlichen Glauben abgelöst wurde, wurden alle Gebäude zerstört. Einzig die Schutzmauer blieb erhalten. Erst 1960 wurden Teile der Gebäude wiedererrichtet. Die Kii, die Schützer der Bucht, bewachten den heiligen Platz der Fluchtsuchenden und erinnerten jeden an dessen Bedeutung. Heute sind die Holzfiguren gern genommene Fotomodelle der vielen Besucher. 

 

Kilauea

Bevor wir nach Hawaii flogen erhielten wir eine Eilmeldung. Der Halema'uma'u Krater sei wieder aktiv und spukt riesige Lavafontänen empor. Ein mulmiges Gefühl machte sich breit, wir erinnerten uns an den isländischen Vulkan Ejafjallajökul, dessen Eruption den gesamten Flugverkehr über Europa lahmlegte. Doch was wie ein Fluch wirkte war in Wirklichkeit ein Segen. Die Erde unter den hawaiianischen Inseln ist immer aktiv, besonders im Osten brodelt es gewaltig. Dass Lava zu Tage tritt ist jedoch nicht alltäglich. Der Ausbruch des Kilauea sorgte zwar für einen gewissen Vog (Vulcanic-Fog), also zu vulkanischen Nebel, jedoch konnten alle Flüge wie geplant abheben und landen. Die Rauchwolke war am Tage schon über Kilometer hinweg zu sehen. Bereits hier verschlug es uns die Sprache. Später fanden wir uns an einem Aussichtspunkt wieder, der nur einige hundert Meter vom feurigen Erdloch entfernt war. Risse im Boden leuchteten in orange-rötlichen Tönen. Die Lava schoss 10 bis 15m in die Höhe. In der Dunkelheit kamen die Farben noch mehr zur Geltung.  Die umher geschleuderte Lava wirkte wie ein Feuerwerk, das uns und all die anderen Schaulustigen in seinem Bann hielt. 

 

Schnorcheln auf Hawaii

In den paradiesischen Gewässern der tropischen Inseln fühlen sich viele farbenfrohe Fische, verschiedene Korallen und Meeresschildkröten wohl. Wir konnten schon vom Wasser aus den Fischreichtum erahnen, der sich unter Wasser befand. Feldwebelfische, verschiedene Doktorfische, Grätenfische, Kugelfische, pazifische Trompetenfische, Papageifische, sowie Kaiser- und Falterfische kamen uns vor die GoPro. Manche ließen uns auch sehr nah heran, so dass das Schnorcheln besonders viel Spaß machte. In für uns unerreichbarer Tiefe erspähten wir auch Moränen, die auf Nahrung lauerten. Eine Art, der Humuhumunukunukuapuaa, ist ein ganz besonderer Fisch. Er ist nämlich der Staatsfisch von Hawaii. Sein langer Name bedeutet übrigens "Drückerfisch mit einem Maul wie ein Schwein".

 

Two Steps

Vor dem Reisen hatte ich (Melissa) ziemlich große Angst vor Wasser und wollte gar nicht wissen, was dort so alles lebt. Nun könnte ich stundenlang einfach umherschnorcheln oder tauchen. Einige Schnorchelspots auf Hawaii waren wirklich traumhaft - tiefe, weite, klares Wasser. Paradiesische Fische und Korallen.

 

Flora

Wo die Natur das Lavagestein bereits eingenommen hat ist Hawaii ein tropisches Paradies - Regenwald im satten grün und riesige Blüten soweit das Auge reicht. Die Inselkette lag lange Zeit isoliert im pazifischen Ozean, sodass sich hier eine eigene Flora und Fauna bilden konnte. 

 

Whalewhatching

Buckelwale, die im Sommer vor den fischreichen Küsten Alaskas leben, reisen über 4.800km gen Süden, um im Winter im warmen, seichten Gewässer der hawaiianischen Inseln ihre Kälber zu gebären und groß zu ziehen. Zu dieser Zeit, von Dezember bis Mai, sind sie dort schon von der Küste aus zu sehen. Wir buchten eine Waltour, um ihnen etwas näher zu kommen. Die Wahrscheinlichkeit hier, zwischen Dezember und März, Buckelwale zu sehen, ist sehr hoch. Innerhalb von 2 Stunden sahen wir mindestens über 20. Die bis zu 16m langen Säugetiere bringen bis zu 45t auf die Waage. Trotz des enormen Gewichts sind sie für ihre Akrobatik bekannt und beliebt. Sie springen aus dem Wasser und drehen sich gekonnt um 180 grad und klatschen mit dem Rücken aufs Wasser. Besonders die jungen Buckelwale sind verspielt und machen diese Drehung öfter hinter einander, während die älteren nur selten diesen Anblick bieten.

 

Doch wie findet man im weiten Ozean einen Buckelwal? Man achtet auf 3-6m hohe Fontänen, die sie vor dem Atmen an der Wasseroberfläche ausblasen. Diese sind schon aus der Ferne zu sehen. Auch Spinner-Delphine bekamen wir auf der 2,5 stündigen Tour zu Gesicht. Gleich großer Familienverbund schwamm mit unserem Boot mit und hatte Spaß die Geschwindigkeit zu halten. Es war so viel Wirbel im Wasser man wusste gar nicht so recht, wo man hinsehen sollte. Spinner-Delphine haben ihren Namen, weil sie gerne in hohen Sprüngen aus dem Wasser eine Seitwärtsrolle vollziehen. Sie wiegen bis zu 80kg und können bis zu 2,4m groß werden.

 

Riesenmantas

Riesenmantas sind weltweit in allen tropischen Gewässern in Küstennähe anzutreffen. Jedoch ist es bislang nur auf Hawaii gelungen die saften Riesen nachts mit blauem Licht an die Oberfläche zu locken. Es ist aber nicht das Licht was sie lockt, sondern ihre Lieblingsspeise, das Plankton. Plankton gedeiht am besten unter den blauen Lichtwellen und sammelt sich dort an. Was auf Hawaii gelungen ist, mit Lampen an der Unterseite eines Surfboards den Schein des Vollmondes zu imitieren, um die großen Teufelsrochen anzulocken, wurde an vielen anderen Orten der Welt bislang erfolglos versucht. Wir sahen die bis zu 7 Meter breiten Flügel der Mantas schon vom Boot aus im Wasser umher schweben. Kaum hatten wir uns an der Haltevorrichtung des Surfboards positioniert waren schon 10 der wunderschönen Zweitonner um uns herum. Abwechselnd schwammen sie an der Unterseite des Boards entlang, öffneten ihre Mäuler und genossen das dargebotene Planktonfestmahl. Am Ende der Boards machten sie eine gekonnte Wende um auch noch mal in Rückenlage das Buffet zu räumen. Im blauen Schein der Lichtkegel wirkten ihre weißen Unterseiten pink im ansonsten schwarzen Nichts der Tiefe. Die eleganten Flügelschläge der Manta waren wie ein Unterwasserballet. Einige der Rochen schwammen gemeinsam um die Bretter jedoch ohne sich auch nur ein einziges mal zu berühren. Auch wir wurden nie von ihren Flügel berührt, obwohl sie nur wenige Zentimeter vor uns ihre wohl geplanten runden zogen. Ein magischer Moment, der selbst nach einer halben Stunden im Wasser noch hätte ewig weiter hätte gehen können.

 

Bier auf Hawaii

Laut Paul Kuhn gab es wohl 1963 "Kein Bier auf Hawaii". Dem ehemaligen Straßenbahnfahrer verhalf es zu großem Ruhm und guten Tantiemen, doch entsprach es leider nicht der Wahrheit. Seit 1901 braut die Honolulu Brewing and Malting Co. Bier, dass auf den gesamten Insel verfügbar ist und mittlerweile hat sich die Bierszene auch deutlich vergrößert. Wir fanden auf Big Island unser liebstes Bier vor: das "Big Wave Golden Ale" von Kona Brewing. Hmmm... pures Liquid Aloha!

 

Honu. Grüne Meeresschildkröte

Überall, um und auf Hawaii, findet man die grüne Meeresschildkröte - hier Honu genannt. Tagsüber entspannen sie sich gerne an den Stränden und lassen sich die Sonne auf den Panzer scheinen. Aber auch beim Schnorcheln kann man sie sanft durch das Wasser gleiten sehen. Mit einer Länge von bis zu 140cm sind einige von ihnen wirklich große Exemplare. Manchmal mussten wir zwei Mal schauen - schwimmt da grade ein Kind oder eine Schildkröte?

 

Kauai


Mönchsrobben

Mönchsrobben lieben die Wärme und kommen daher nur im Mittelmeer und auf den hawaiianischen Inseln vor. Jede der beiden Gattungen ist allerdings vom Aussterben bedroht. Um so mehr haben wir uns gefreut auf Kauai gleich 2 der noch 1200 existierenden Tiere zu sehen. Hawaiianische Monchsrobben werden bis zu 2,20 lang und können bis zu 170kg (Männchen) oder 270kg (Weibchen) auf die Waage bringen. Wenn die Weibchen ihre Jungen bekommen verlieren sie während der 40. tägigen Säugezeit bis zu 90kg ihres Körpergewichts. Den Namen Mönchsrobbe haben sie übrigens durch eine Speckfalte am Hals erhalten, die wie eine Kutte aussieht.

 

Anahola Beach

Auf Hawaii (Big Island) und Kauai waren wir an vielen Stränden. Der Anahola gehört definitiv zu meinen Liebsten. Naturbelassen, nahezu menschenleer, blaues Meer und eine schroffe, grüne Küste, die in die Höhe ragt.

 

Na Pali Küste

Der 27 Kilometer lange Küstenstreifen im Nordwesten von Kauai war seit der Besiedelung durch die Polynesier durchgehend bewohnt. Erst mit dem Ende des Kapu-Systems zogen die Bewohner aus den zerklüfteten Bergen in die leichter zu erreichenden Gebiete der Insel. Für sie waren die Täler der Na Pali Küste zuvor ihr gesamtes Leben gewesen. Im Sommer zogen sie den Berg hinunter ans Wasser und lebten vor allem vom Fischfang. Im Winter, wenn die Wellen und das Wetter herausfordernder werden zogen sie zurück in die höheren Lagen und lebten von Früchten, Taro und Süßkartoffeln, Hühnern und Schweinen. Im Laufe eines Lebens kamen viele nicht einmal über die Grenzen ihres Tals hinaus. Es war einfach nicht von Nöten. Der Welt ist die Na Pali Küste besonders durch Jurassic Park bekannt. Im Film von 1993 wurden viele Sequenzen hier auf Kauai gedreht und kurbelten den Tourismus weiter an. Auch King Kong, Tropic Thunder und Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten wurden hier gedreht.

 

Die Küste ist ein heiliger Ort für die Hawaiianer und mit dem Auto nicht erreichbar. Wenn man die Küste betrachten will geht dies nur uber einen schwierigen mehrtägigen Wanderweg, eine Helikoptertour oder eine Bootstour.

 

Wir entschieden uns für letzteres und bereuen es nicht. Neben der atemberaubenden Küste mit ihren strahlend grünen, teils mystisch wolkenverhangenen Hängen bekamen wir einige Buckelwale zu Gesicht und sahen sogar Spinner-Delphine gemeinsam auf der Fischjagd mit einem Buckelwal. Ein nicht ungewöhnliches, aber dennoch seltenes Naturschauspiel.

 

Mahalo, Hawaii! 

Die Zeit auf Hawaii tat uns wirklich gut. Nachdem wir in den letzten 7 Monaten riesige Entfernungen durch die USA und Kanada zurückgelegt haben, ist so eine Insel wirklich erholsam - man kann einfach nicht weit fahren!

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