Angkor, Kambodscha

1. Ticketkauf

Die Eintrittskarten für deinen Angkor Besuch erhältst du an einem Ticketschalter, der sich zwei Kilometer außerhalb des Stadtzentrums von Siem Reap befindet. Du hast verschiedene Möglichkeiten über die du dir vorher Gedanken machen solltest. Alle Tickets kannst du entweder in Bar mit US Dollar bezahlen oder mit deiner Kreditkarte. An dem Ticketschalter wird ein Foto von dir gemacht, welches danach auf das Ticket gedruckt wird – so ist es personalisiert und kann nur von dir benutzt werden. Das hilft dir jedoch leider nicht bei einem Verlust weiter, die Tickets werden nicht erstattet und müssen zum vollen Preis neu erworben werden.

 

Das Eintagesticket kostet pro Person 37 US Dollar. Kaufst du es am Vorabend, ab 16.45 Uhr, kannst du das Ticket nutzen, um dir bereits den Sonnenuntergang in Angkor Wat anzusehen. Danach kannst du es am nächsten Tag ab 05.00 Uhr nutzen, um dir den Sonnenaufgang anzusehen.

 

Das Dreitagesticket kostet pro Person 62 US Dollar.

 

Das Siebentagesticket kostet 72 US Dollar.

2. Regeln, die du vor und während dem Besuch beachten solltest

Du bist zu Besuch in einem anderen Land mit einer anderen Kultur. An weltbekannten Sehenswürdigkeiten treffen verschiedenste Menschen mit verschiedenen Ansichten aufeinander. So sind uns einige Regeln bekannt oder erscheinen selbstverständlich, während hingegen andere an Zeiten aus einem anderen Jahrhundert erinnern. Vergiss nicht, dass du nur zu Gast bist und verhalte dich so, wie es von dir gewünscht wird.

 

Respektiere die Mönche

Die Kambodschaner gehen mit ihren Mönchen sehr respektvoll um und erwarten von den Besuchern ihres Landes, gleiches zu tun. Frauen sollten nicht zu nah an einem Mönch stehen oder sitzen und ihn erst recht nicht berühren. Auch wenn die Männer in orangenen Tüchern ein schönes Fotomotiv sind, solltest du sie nicht ohne Erlaubnis fotografieren. Falte deine Hände zusammen und begrüße sie mit einem Zunicken, danach kannst du freundlich fragen; akzeptiere auch ein Nein.

 

Befolge die Schilder und Anweisungen des Personals

Schilder, die dir den Weg zeigen, einen Gang versperren oder ein anderes Verbot aussprechen. Du wirst viele davon in Angkor finden und du wirst noch mehr Menschen finden, die sich einfach nicht daran halten. Es wird über die Steine gestiegen, um ein tolles Foto zu schießen; nur weil ein paar andere das tun, ist es noch lange nicht richtig. Wenn du ganz korrekt bist, kannst du die anderen Besucher auch auf ihr Fehlverhalten hinweisen - im schlimmsten Fall kann derer Fehlverhalten dazu führen, dass bestimmte Abschnitte gar nicht mehr besichtigt werden dürfen, um sie vor der Zerstörung zu schützen.

 

Bettelnden Kindern kein Geld oder Süßigkeiten geben

Teilweise in, aber vor allem vor den Tempeln, wirst du viele arme Kinder und Jugendliche sehen, die versuchen, dir Kleinigkeiten wie Magneten, Armbänder oder Postkarten zu verkaufen. So bemitleidenswert dies auch ist, man sollte nichts von ihnen kaufen. Die Kinder werden von ihren Eltern dazu gezwungen, die Schule zu schwänzen und sollen bei den Touristen Mitleid erregen, um Geld nach Hause zu bringen. Fehlt die Schulbildung, werden sie keinen gutbezahlten Beruf finden und die nächste Generation der Bettler ist geschaffen.

 

Kleidung

Wie aus anderen Tempel in Asien bekannt, muss man sich auch in Angkor respektvoll kleiden. Besonders beim Eintritt in Angkor Wat, wird darauf geachtet, dass Frauen ihre Schultern und Knie bedeckt haben. Falls du nichts passendes dabei hast, kannst du dir auch bei einem der Händler eine Hose oder ein Tuch kaufen. Sie verlangen hohe Preise von 10 US Dollar, die du jedoch noch verhandeln kannst.

 

Keinen Müll hinterlassen

Den meisten westlichen Besuchern ist klar, dass man seine Plastikflasche nicht einfach in den Wald schmeißt oder am Besten irgendwo bei den heiligen Tempeln liegen lässt. Viele Asiaten haben jedoch einen anderen Umgang mit Müll und es wird ausdrücklich darauf hingewiesen. Auch hier kannst du wieder die Übeltäter ermahnen, falls du sie dabei erwischen solltest.

 

Rauchverbot

Auf dem gesamten Gelände von Angkor herrscht Rauchverbot. Dies soll vorallem vor der Brandgefahr schützen, die besonders in der Trockenzeit hoch ist. Rund um Angkor befindet sich Urwald, der sich durch eine weggeschmissene Zigarette entzünden könnte. Des Weiteren finden Nichtraucher, wie wir, es durchaus angenehm, wenn man nicht ständig nicht ausgeatmeten Rauch von anderen einatmen muss.

 

Nichts berühren

In den meisten Museen befinden sich die gefundenen Schätze aus vergangener Zeit hinter dicken Glasscheiben, sodass sie nicht beschmutzt und berührt werden können. Die Ruinen in Angkor sind für Besucher geöffnet und man kann in vielen Tempeln alles besichtigen. Es gibt keinerlei Absperrungen und Zäune. Trotzdem sind die Jahrhhunderte alten, verzierten Steine und Ruinen ein kostbarer Fund. Damit sie auch weitere Hunderte von Jahren erhalten bleiben : Finger weg!

 

Fotos, Videos und Drohne

Fotos und Videoaufnahmen auf dem Gelände sind für eigene Zwecke gestattet. Drohnenflüge sowie kommerzielle Aufnahmen mit Profiequipment bedürfen einer Genehmigung von APSARA National Authority. Das Büro befindet sich in der Nähe des Ticketcenters, jedoch schließt es bereits am frühen Nachmittag (gegen 16.00 Uhr war niemand mehr dort). Möchtest du andere Menschen oder Mönche fotografieren und Filmen, solltest du sie vorab selbstverständlich um Erlaubnis bitten.

 

3. Small Circuit und Grand Circuit

Du kannst die Ruinen von Angkor auf verschiedene Weise besichtigen. An einem Tag, an drei oder sieben Tagen. Alleine, mit Guide oder dich sogar einer Gruppentour anschließen. Viele Backpacker, so auch wir, entscheiden sich für die Tages- oder Dreitagestour und organisiern diese selbst. Hier bleibt dir die Möglichkeit, Angkor mit einem geliehenen Fahrrad oder mit einem Tuktukfahrer zu erkunden.

 

Fahrrad fahren

Den Small oder Grand Circuit mit dem Fahrrad abzufahren, eignet sich nicht nur um Geld zu sparen. Zudem bist du flexibel und kannst selbst entscheiden, wo du langfahren und halten möchtest oder wie viel Zeit du in einem Tempel verbringen willst.

 

Tuktukfahrer mieten

Viele Kambodschaner leben von dem Tourismus. Die Ruinen von Angkor locken viele Besucher an, jedoch sind viele von ihnen Chinesen, die bereits in China eine Reiseagentur beauftragten, ihre Reise zu planen. So verdienen die Reichen immer mehr und die Bevölkerung geht leer aus. Es gibt viele Tuktukfahrer, die froh und dankbar über einen Tagesjob sind und führen dich mit Freunde und Stolz durch ihre Heimat. Tuktukfahrer findest du in Siam Reap an jeder Ecke. Geht man durch die Straßen, bekommt man viele Angebote zugerufen - entweder du gehst auf eines ein oder suchst dir selbst jemanden aus. Der Preis ist Verhandlungsbasis, aber die meisten haben schon eine feste Vorstellung im Kopf. Wir ließen uns am Vorabend von unserem Tuktukfahrer names Sky zu Ticketcenter sowie danach zu Angkor Wat bringen, wo wir den Sonnenuntergang ansahen. Für diese drei Stunden verlangte er fünf US Dollar. Für den nächsten Tag haben wir uns für den Small Circuit verabredet- für 15 US Dollar wollte er uns um diesen führen. Wir verlängerten die Route auf den Grand Circuit und zahlten am Ende insgesamt 30 US Dollar für zehn Stunden.

Welche Route kommt für dich in Frage?

Als wir uns vorab über die Route informierten und wie viel Zeit wir wohl dafür einplanen müssen, kamen wir zu folgendem Ergebnis.

 

Small Circuit - Tagestour - 05.00 - 17.00 Uhr 

Angkor Wat, Banteay Kdei, Ta Prohm, Victory Gate, Bayon, South Gate, Phnom Bakeng

 

Grand Circuit - Dreitagestour - täglich 12.00 - 17.00 Uhr 

Angkor Wat, Banteay Kdei, Srah Sang, Pre Roup, East Mebon, Ta Som, Neak Pean, Preah Khan, Bayon, South Gate

 

Wir schafften den Small und den Grand Circuit an einem Tag!

Auch der Tuktukfahrer, mit dem wir vorab über die Route sprachen sagte zu uns, dass wir an einem Tag nur den Small Circuit schaffen würden. Wie vereinbart wurden wir am nächsten Tag um 05.00 Uhr in der früh abgeholt, um den Sonnenaufgang in Angkor Wat zu bestaunen. Wir besichtigten die drei weiteren Tempel und freuten uns schon auf mehr, bis Sky, unser Tuktukfahrer gegen 11.00 Uhr sagte, dass die Tour nun zu ende sei. Wir waren zwar schon sechs Stunden unterwegs, aber der Tag war noch so jung und unser Ticket für Angkor bis 17.00 Uhr gültig. Als wir ihn fragten, warum wir schon so früh fertig seien und wir scheinbar doch den Gran Circuit an einem Tag geschafft hätten, guckte er nut verdutzt. Wir seien etwas schneller als die anderen, aber mehr als ein bis zwei Stunden pro Tempel brauchten wir nun mal einfach nicht. So verhandelten wir einen neuen Preis mit Sky, er wollte nun 15 weitere US Dollar, um uns die Tempel der großen Tour zu zeigen. Wir willigten dieses Angebot natürlich ein, um das Eintagesticket richtig nutzen zu können. 

 

Unserer Meinung nach schafft man den Small sowie den Grand Circuit zusammen an einem Tag. Es gibt größere Tempel, an denen man ein oder zwei Stunden verbringt, es gibt jedoch auch viele kleinere, an denen man nach 30 Minuten weiterfährt. Wenn du einen Guide dazu buchst, der dir während der Besichtigung noch Informationen über die Tempel und deren Geschichte gibt, wirst du wahrscheinlich länger brauchen, aber dein Guide kann dir mit Sicherheit sagen, wie viel Zeit er für seine Tour einplant.

Wie überlaufen ist Angkor?

Wie hunderte andere, sind auch wir früh aufgestanden, um den Sonnenaufgang über der Haupttempelanlage Angkors, Angkor Wat, zu sehen. Der Bereich, bei dem man die beste Aufnahme machen kann war hoffnungslos überlaufen. Wie es dann in solchen Situationen immer ist, benehmen sich Menschen dann so, als ob sie die einzigen Leute mit einem Anliegen sind. Sie rennen durch das Bild oder stellen sich vor jemanden, der schon seine Kamera mit Stativ aufgestellt hat, nur um ein Selfie mit dem Tempel zu schießen. Darauf muss man sich am Morgen einstellen und dagegen kann man nichts machen. Menschen in Massen sind nun mal so. Diese Szenen spielen sich am Morgen ab, da dann der Bereich vor dem Tempel menschenleer ist und man so das Postkartenmotiv vom verlassenen Angkor Wat bekommt. Vielleicht muss man sich aber auch vor Augen halten, dass jedes Jahr 2,5 Millionen Menschen hier her pilgern und die menschenleere Vorstellung nur noch ein Hirngespinnst ist. 

Ist das schlimm? Man muss sich einfach selbst die Frage stellen, was man sehen will. Wer glaubt einen Lost Place wie Indianer Jones zu etntdecken wird herbe enttäuscht und frustriert herausgehen. Sie dir vorher einfach im klaren, dass du auf tausende Gleichgesinnt treffen wirst und dich irgendwie mit ihnen arrangieren musst. Verhalte dich selbst so, wie du es dir von anderen wünscht. Ein kleines Thank you, wenn jemand stehen bleibt, damit du dein Foto schießen kannst oder du selbst stehen bleibst, um jemanden dies zu ermöglichen, macht den Tag in Menschenmassen erträglich.

Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang in Angkor Wat?

Angkor Wat ist die Haupttempelanlage in Angkor sowie das Tor von Sieam Reap in die Ruinenstadt. So macht es Sinn, Angkor Wat als Start- oder Endpunkt der Route festzulegen. Kaufst du dir das Eintagesticket am Vortag ab 16.45 Uhr, so kannst du den Sonnenuntergang kostenlos in Angkor Wat anschauen, sowie den Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Du musst dich also nicht entscheiden. Solltest du dich aus irgendeinem Grund doch entscheiden müssen, sieh dir am Besten den Sonnenaufgang an. Die Sonne geht hinter der Tempelanlage auf, sodass du zunächst nur die Silhoutte erahnen kannst. Der Sonnenuntergang ist logischerweise auf der anderen Seite - da um diese Uhrzeit jedoch schon Bereiche abgesperrt sind, wirst du den Tempel nicht aus der Perpektive sehen können, dass die Sonne hinter ihm untergeht.

Ist Angkor Wat wirklich das Highlight?

Diese Frage ist für uns schwer zu beantworten. Angkor Wat ist die größte Tempelanlage der Welt und das Wahrzeichen von Kambodscha. Jedoch hatten andere, kleinere Tempel einen ganz anderen Charme. Holzbauten, die die Steine aufeinanderhalten und vor dem Einsturz bewahren. Baumwurzeln und gigantische Bäume, die die Gebäude verschlingen. Es ist mystisch und gibt einen eher den Eindruck, wie Angkor wohl ausgesehen haben mag, als es gefunden wurde. Des Weiteren sind besonders die Tempel auf dem Grand Circuit am Nachmittag wenig besucht, sodass das Gefühl hat, die Tempel alleine erkunden zu können

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